Intermezzo x - Was führt eine nächste generation in die oper ?

 

Aufklärung vorm ersten Mal ist wichtig. 
Auch vorm ersten mal Oper: Wie muss ich mich vorbereiten? Was muss ich vorher wissen, um die Geschichte zu verstehen? 
Was ziehe ich an? Wie komme ich an günstige Karten? Muss ich mich aufbrezeln? Wie teuer ist eine Brezel?
 
Viele gucken sich ab, wie sich das aktuelle Opernpublikum verhält und kommen zu dem fatalen Schluss, 
dass sie nicht dazu gehören können, wenn sie es ihm nicht gleich tun. 




Die Zukunft der Oper, vor allem die des Opernpublikums ist eine ziemlich unklare und unvorhersehbare.

Ein halbes Jahr lang haben sich 5 Studierende des Studiengangs Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation der UdK Berlin mit der Frage "Was führt eine nächste Generation in die Oper" auseinandergesetzt und im Rahmen ihres Kommunikationsprojektes "Intermezzo X" die Realität der Opernwelt erforscht, Probleme erkannt und Ideen entwickelt, die interessante Ansätze bieten auf dem Weg zu Lösungen. Die Ergebnisse dieser intensiven und umfassenden Arbeit wurden am Freitag, den 17. Mai 2019 im Georg-Neumann-Saal der UdK Berlin präsentiert.




Von r. nach l.: Felix Pöhland, Alexandra Horndsch, Manon Piquard, Clarissa Undritz, Jan Heymel, Lotta Harder, Carlo Wilfart

Charlene Breitag, Projektleiterin:

"Dass wir an der UdK in Berlin so ein breites und hervorragendes künstlerisches
Netzwerk haben, ist klar.

Dass die einzelnen Künste in Ihrem Fach brillante Arbeit leisten, ist auch klar.

Dass die Kraft und die Ausdrucksfähigkeit an unschätzbarem Wert gewinnt, wenn
KünstlerInnen auf KünstlerInnen treffen und gemeinsam an einem Projekt arbeiten ist kein Geheimnis - und genau DAS brachte uns zu Carlo, Clarissa und Lotta 
von „Nette Duette“.

Im Rahmen unseres Abschlussprojektes des Studiums der Gesellschafts- und
Wirtschaftskommunikation sind wir auf die Idee gekommen, uns dem Meisterwerk
Oper zu widmen.

Denken viele junge Menschen an Oper, denken sie sofort an Exklusivität, 
lange Abende, große Stimmen, Brezel, Sekt und roten Samt. 
Im hippen Berlin für viele nicht gerade der Ort, den sie regelmäßig besuchen. 
Aber warum ist das so? Die Oper hat eine Kraft und eine Magie, die es unbedingt lohnt, auch nächsten Generationen leichter und verständlicher zugänglich zu machen. Doch wie macht man das?

Vor dieser Fragestellung standen wir nun und - ohne große Geschichten zu
schwingen - eines war klar: Ohne das Erlebnis erlebbar zu machen, geht es nicht!

Nun sitzen wir an der Mierendorffstraße im selben Haus, wie unsere KommilitonInnen aus dem Musiktheater - klopfen wir doch also mal an.

Gesagt, getan. Viele tolle Gespräche später stand fest, Nette Duette und
Intermezzo werden gemeinsam den Versuch unternehmen, einen Weg zu finden, der eine nächste Generation in die Oper führen könnte. 
Intermezzo sorgte für den Inhalt, die Gestaltung, die Ideen und für die nötige Prise Verrücktheit - und Nette Duette für den großen Zauber, der am Ende überzeugt!

Die Zusammenarbeit mit Carlo, Clarissa und Lotta war von Beginn an so wahnsinnig bereichernd, witzig, eindrucksvoll und unkompliziert. Wir hätten uns keine besseren PartnerInnen an unserer Seite vorstellen können. Alle drei sind so talentiert und zuverlässig und unsere Zusammenarbeit war bis zum Ende hin einfach so gelungen - das Beste, was wir uns hätten vorstellen können. 
Die Reaktionen des Publikums und das Feedback auf unsere Arbeit gaben uns Recht! Eine rundum gelungene Kooperation.

Wir sind sehr dankbar und glücklich, euch getroffen zu haben und können ohne mit der Wimper zu zucken sagen: Wer Carlo, Clarissa und Lotta bucht - bucht
Stimmgewalt, Unterhaltung, frischen Wind und die nötige Prise Humor, die es
braucht, um einen wirklich perfekten Abend zu erleben - und wird am Ende vor allem davon überzeugt, dass die Oper niemals aussterben darf und wird!

DANKE, dass es euch gibt."

Sofar Sounds X 

Ein während der Arbeit entstandenes Projekt sind die sogenannten 
„Sofar-Sounds“: Wie es im Pop-Bereich schon reichlich praktiziert wird, soll nun auch das klassische Musiktheater von den großen prunkvollen Bühnen geholt werden: Alternativ finden regelmäßige Wohnzimmerkonzerte in kleinem intimen Rahmen statt, zu denen als Eintritt vielleicht ein mitgebrachter selbstgebackener Kuchen o.ä. ausreichen kann.
Mit großer Freude durften wir am 27. April die GastgeberInnen des allerersten „Sofar-Sounds“-Konzertes sein. Wir haben ein buntes 45-minütiges Programm mit (netten) Duetten und Arien aus Oper, Operette, Kunstlied und Chanson vorbereitet und dieses vor 10 Leuten in einem 20 m² großen Wohnzimmer performt.
Während des Auftrittes konnten wir das überschaubare Publikum gut sehen und mussten nicht in ein schwarzes Loch singen, wie es bei vielen klassischen Konzerten der Fall ist. Dadurch, dass die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum quasi nicht existent war, waren wir dazu gezwungen, mit dem Publikum zu interagieren und zu kommunizieren. Anschließend kam es zu Gesprächen bei Kaffee und Kuchen. Dadurch, dass es nur ein kleines Publikum war, hatten wir die Chance, uns in einer persönlichen Atmosphäre mit jeder Zuschauerin und jedem Zuschauer nach dem Konzert zu unterhalten.
Die Reaktionen auf dieses Konzert-Experiment waren sehr inspirierend
- so inspirierend, dass wir aus der Idee ein ganz eigenes Format entwickelt haben: Nette Duette DU@HOME